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DIE AKTIV-OASE STORY

"Nicht mehr vermittelbar"

Stellen Sie sich vor, Sie sind Anfang 30, haben studiert, Berufspraxis, sind anerkannt - und dann sagt Ihnen Ihr Arbeitsamts-Betreuer: "Drei Kinder? Damit sind Sie auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar." So passiert Ende der 90er in Leipzig, kurz nachdem wir ein Häuschen in Liemehna gebaut hatten, zu Arbeit pendeln zu lange dauerte und ich deshalb einen neuen Job suchte. "Nicht mehr vermittelbar?"

 

Nun war ich noch nie bereit, Unverständliches einfach so zu akzeptieren (was mir schon in meiner Kindheit Ärger eingebracht hat).

Meistens (!) fröhlich und pflegeleicht.

Zum Glück hatte mein Mann einen sicheren Job... Also habe ich wieder die Schulbank gedrückt, ein Fernstudium zum Fitness-Fachwirt absolviert und nebenbei in einem Leipziger Fitnessstudio gejobt. Das Studio existiert heute nicht mehr, aber in den Jahren dort habe ich viel gelernt - über (Un-)Organisation, Arroganz gegenüber Kollegen, Selbstdarsteller... und natürlich auch über die Dankbarkeit von vielen lieben Menschen, denen ich helfen durfte.

Die erste Aktiv-Oase - und "tolles Timing" von Schatzi

Zehn Jahre später waren die Kleinkinder von einst recht selbständige Jugendliche, die Mama vor allem noch als Fahrdienst brauchten. Als eine Kommilitonin aus meiner Studienzeit die Idee aufbrachte "lass uns doch zusammen ein eigenes Fitnessstudio aufmachen", hörte ich schon zu - ja ja, nette Idee.

 

Das änderte sich schlagartig, als tatsächlich eins zum Verkauf stand. In Beucha/Brandis, nur 20 min. von zuhause weg. Idyllisch (ab)gelegen, inmitten eines Sportparks mit Skater-Strecke, Volleyball- und Tennisplätzen, Bowlingbahn, Wäldchen - eine richtige Oase für sportlich Aktive. Die erste Aktiv-Oase war geboren.

2008 - die erste Aktiv-Oase in Beucha

Aber plötzlich merkte ich, dass Unternehmer sein doch etwas ganz anderes ist als "nur" stellvertretende Studioleiterin wie bisher. So viel zu organisieren, so viel zu bedenken, Mitarbeiter führen, Steuergesetze, Kalkulation, Schulden aufnehmen, Werbung starten, die komplette Verantwortung... Alle gucken auf mich; nach kurzer Zeit war ich mit den Nerven fertig. Keine Nacht mehr durchgeschlafen, Versagensängste, Diskussionen mit meiner Gründungspartnerin - die bald darauf das Handtuch warf.

Zum Glück hatte wenigstens mein Mann einen sicheren Job... dachten wir. Drei Monate nach Start meiner - unserer - ersten Aktiv-Oase stand er mitten am Tag im Studio "Schatz, ich habe gerade meine Kündigung bekommen". Zu einer Zeit, in der wir frisch verschuldet waren, kaum unternehmerische Erfahrung hatten und das Studio tief in den roten Zahlen steckte. Tolles Timing!

"Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere"

Moliere

Das Gute: Früher hatte er einen 60-Stunden-Job und kaum Zeit. Jetzt konnte er mich viel mehr unterstützen, bei Finanzen und Marketing (macht er heute noch) bei Bauarbeiten im Studio (macht er weiterhin manchmal), von spontaner Thekenvertretung bis Müll rausräumen (macht er noch ganz manchmal). Und zum Glück fassten die wenigen verbliebenen, Ehemalige und neue Mitglieder schnell Vertrauen zu uns, Mitarbeiter wechselten nicht allzu schnell durch, wir lernten dazu, wurden allmählich sicherer...

 

...und erfolgreicher, so dass ich auf Branchentreffen gleich mehrfach angesprochen wurde, ob ich nicht noch ein zweites Studio übernehmen wolle. Nein - wollte ich nicht. Und dann?

Dann wurde ich schwach

Eilenburg 2013: Symbolhaft für den Zustand. Also erstmal malern!

Natürlich verfolgt man, was andere Studios so machen, man kennt sich. Und jetzt wurde uns das Eilenburger enjoy angeboten. Der Inhaber nach 5 Jahren durchgetretenem Gaspedal ausgebrannt, wollte nur noch weg. Am Ende war es dann ein Mix aus "reizvoller Chance", Unterschätzung und Mitleid. Kein guter Ratgeber: Die Mehrfachbelastung aus der noch nicht stabilen Aktiv-Oase Beucha, permanenter Weiterbildung und den desolaten Zuständen im enjoy brachte mich wieder an meine Grenzen - und fast in seine Fußstapfen.

Radausflug und Wendepunkt

Genau in dieser Zeit packte das Schicksal noch eins oben drauf: Ein Moment Unachtsamkeit beim Radausflug, ich stieg "über den Lenker ab", landete sehr unsanft auf dem Rücken und mein Hintermann mitsamt Rad auf mir drauf. Danach ein Arztbesuch nach dem anderen, Physiotherapie - nichts half auf Dauer. Die Schmerzen waren immer präsent; auch auf Arbeit - wo ich doch als immer gut gelaunt, freundlich und hilfsbereit bekannt war, andere motivieren sollte und wollte. Irgendwann streikte der Körper, also zog ich die Reißleine.

Auf meine Art.

Aktiv-Oase 2.0

Die gerade im Aufbau befindliche Eilenburger Aktiv-Oase wieder zu verkaufen kam nicht in Frage. Also suchten wir einen Nachfolger für Beucha und wurden auch bald fündig (ein gutes Image in der Branche hat eben seine Vorteile). 

Da mir Ärzte, Sportmediziner und Physiotherapeuten nicht helfen konnten, begann ich zu forschen und mich selbst zu therapieren. Geholfen haben mir dann eine Kombination aus Triggerpunkt-Behandlung, gezielter Dehnung und viel Ausdauer, unterstützt durch bewusste Ernährung. Ich besuchte eine Vielzahl von Schulungen und Praxis-Workshops, investierte in Konzepte sowie einen neuen Geräteparcour - und machte dann ein neues Angebot für alle Schmerzgeplagten daraus, von denen wir seitdem schon vielen helfen konnten. 


Inzwischen ist die Eilenburger Aktiv-Oase viel besser als es das "Original" je war, ich bin dankbar über ein tolles Team (menschlich wie fachlich) an meiner Seite. Wir arbeiten mit dem Arbeitsamt zusammen, damit Menschen nie wieder hören müssen "nicht vermittelbar". Und irgendwann, vielleicht sogar bald, wird die Eilenburger Aktiv-Oase zu einer wirklichen Oase. In jeder Hinsicht.


Herzlichen Dank für Ihr Interesse.

Ihre Petra Heynig.